CSS, HTML und Javascript mit {stil}

img srcset – Alternative Bildgrößen

img responsive: Responsive Bilder mit Auflösung und Seitenverhältnis (aspect ratio)

Die Attribute srcset und sizes des img-Tags sind der Schlüssel zu responsiven Bildern.

  • srcset listet alternative Bildgrößen als Set von Bilder, unter denen der Browser ein Bild aussuchen kann.
  • sizes setzt die Bedingungen, nach denen der Browser das Bild aussucht.

Die Auflösung ist das Maß für die Schärfe und Farbbrillanz des Bildes und beschreibt sowohl Monitore und als auch Bilder (und auch den Drucker).

Hoch auflösende Bilder mit ihren langen Ladezeiten sind ein Handycap für responsive Webseiten auf mobilen Geräten. Auf der einen Seite wollen wir eine hohe Qualität für große Monitore und Retina-Displays, auf der anderen Seite wollen wir Mobiltelefone und Tabletts nicht mit den großen Bildern erschlagen: Bandbreite bleibt kostbar.

<img src="img1.png"  
     srcset="img2.png 100w, img3.png 500w, img4.png 1000w"

     sizes="(Media-Bedingung) Breite,
            (Media-Bedingung) Breite,
            optional Default-Breite">

Eine Media-Bedingung ähnelt einer Media Query, ist aber nicht ganz dasselbe, sondern nur ein Teil einer Media Query.

Bedingungen können wie folgt aussehen:

  • Einfache Bedingung (min-width: 900px)
  • nicht-Bedingung ( not (orientation: landscape) )
  • und-Bedingung (orientation: landscape) and (min-width: 900px)
  • oder-Bedingung ( (orientation: portrait) or (max-width: 500px) )

Die Breite kann in em, rem, px oder als Viewport-Breite (w) geschrieben werden (nicht aber in %). In voller Schönheit kann ein img-Element dann so aussehen:

<img src="img1.png"  
     srcset="img2.png 100w, img3.png 500w, img4.png 1000w"

     sizes="(min-width: 900px) 1000px,
            (max-width: 900px) and (min-width: 400px) 50em,
            ( not (orientation: portrait) ) 300px,
            ( (orientation: landscape) or (min-width: 1000px) ) 50vw, 
            100vw">

Mit der ersten zutreffenden Bedingung pickt sich der Browser die am besten passende Bildgröße aus dem Set des srcset-Attributs.

Die Auflösung der Retina-Monitore

Die Auflösung des Monitors (PPI – Pixel pro Inch) wird in Pixeln für die Breite und die Höhe angegeben. Herkömmliche Desktop-Monitore stellen ein Bild i.d.R. mit 72, 96 oder 120 Pixeln pro Inch dar. Retina-Displays erreichen extreme Auflösungen von rund 300 bis 400 Pixeln pro Inch. So kommt es, dass große Monitore eine kleine Auflösung, kleine Monitore eine hohe Auflösung haben können.

Bei Fotos ist mit Auflösung einerseits die Zahl der Pixel in der Breite und Höhe gemeint. Zusätzlich bestimmen Fotos auch eine Druck-Auflösung (meist 300 dpi – Dots per Inch) bestimmen, die aber für den Monitor irrelevant ist.

Monitor niedrige Auflösung vs hohe Auflösung (monitor resolution)

Retina-Monitore setzen einen Pixel durch vier oder mehr Pixel um und erreichen schärfere Bilder und eine brillantere Farben. Bilder mit einer speziellen Vorgabe im srcset-Attribut des img-Tags nutzen die volle Leistung der Retina-Monitore.

<img alt="medium" srcset="medium.jpg 1x, large.jpg 2x">
srcset Beispiel

Der Browser nimmt was passt

Hier stehen also zwei Bildgrößen zur Verfügung, die je nach Auflösung des Monitors geladen und angezeigt werden. Der Browser entdeckt die Auflösung / Pixeldichte des Monitors und entscheidet, welches Bild er einsetzt.

1x bzw. 2x steht für Device Pixel Ratio – das Verhältnis [Anzahl der Pixel in der Breite] zu [Breite in Zoll].

  • 1x steht für herkömmliche Monitore, die mit 72 bis 100 Pixeln pro Zoll auflösen,
  • 2x steht für hochauflösende Monitore, die mit 200 Pixeln und höher pro Zoll auflösen – sogen. »Retina«-Monitore.

Es gibt auch Displays, deren Pixeldichte zwischen 1x und 2x liegen. Also wäre auch ein device-pixel-ratio von 1.5x eine denkbare Media Query auf die Auflösung des Monitors.

DevicePixel per Inch (PPI)Bildschirmauflösung (Pixel pro Zoll)
iPhone 6,7,8 Plus (6s,7s,8s Plus)4011920 × 1080
iPad Pro (12,9″)2642732 × 2048
MacBook Pro – Retina Display (15")2202880 × 1800

Der Browser wird das 2x-Bild automatisch um den Faktor 2 verkleinert anzeigen, damit es denselben Raum ausfüllt wie das das Bild mit der 1x-Auflösung. Dieses Verhalten ähnelt der Angabe der DPI bei Bildern für den Druck. Der Zeitschriften- und Buchdruck arbeitet i.d.R. mit 300 dpi, während Bilder auf dem Monitor mit 72 - 120 dpi angezeigt werden.

Browser-Support für srcset

Alle modernen Browser außer IE bis einschließlich IE11 (diese Seite benutzt Picturefill-Polyfill für Browser ohne Support für srcset und picture-Element).

Monitor-Auflösung und Pixel-Auflösung

Allerdings: Die Angabe der Bildschirmauflösung als Kriterium führt dazu, dass nicht nur auf großen Retina-Monitoren wie dem MacBook Pro mit Retina Display, sondern auch auf kleinen Monitoren – z.B. Handy – die 2x-Auflösung angezeigt wird. Hier ist also eine weitere Differenzierung nötig.

Das Bild mit der zweifachen Auflösung soll nur geladen werden, wenn der Platz im Layout verfügbar ist.

Die Kondition für den Einsatz verschiedener Bildgrößen drei Parameter einbeziehen:

  1. Bildgröße relativ zum Viewport (z.B. 33.3vw )
  2. Breite des Viewports z.B. 640px oder 40em
  3. Auflösung des Monitors 1x oder 2x

Was jetzt noch fehlt ist eine Mitteilung an den Browser, wie groß das Bild im Layout dargestellt werden soll – dafür gibt es das Attribut sizes.

sizes = [media query] [length], [media query] [length], …

sizes = "(min-width: 42.5em) 50vw,100vw"

sizes legt den Raum fest, den das Bild innerhalb des Layouts einnimmt. Dann enthält srcset eine Liste der Bilder und ihrer jeweiligen Größe. Mit diesen Informationen wählt der Browser das kleinste Bild, das in das Layout passt und es ausfüllt.

Mit sizes und srcset bestimmt also nicht mehr die Größe des Viewports allein über die Wahl des Bildes.

srcset und sizes
                             1                          2              3
                             +                          +              +
                             |                          |              |
                             v                          v              v
<img sizes="(max-width:720px) 100vw, (max-width: 1260px) 70vw, calc(50vw - 100px)"

   srcset="picture-flowers-320.jpg 320w,  
          /xhtml/img/picture-flowers-640.jpg 640w, 
          /xhtml/img/picture-flowers-720.jpg 720w, 
          /xhtml/img/picture-flowers-960.jpg 960w, 
          /xhtml/img/picture-flowers-1120.jpg 1600w"
   src="/xhtml/img/picture-flowers-640.jpg"

   alt="HTML img: srcset und sizes">
  1. (max-width:720px) 100vw – bis zu einer Breite des Viewports von 720px wird das Bild in voller Breite angezeigt
  2. (max-width: 1260px) 70vw – bei einer Breite des Viewports bis zu 1260px tritt ein Spaltenlayout in Kraft und das Bild liegt in einer Spalte von 70% der Breite des Viewports.
  3. calc(50vw - 100px) – bei noch größeren Viewports liegt das Bild in einer Spalte von 50% der Viewport-Breite (minus 100px Abstand zwischen den Spalten)

Natürlich müssen nicht immer so viele Bildgrößen wie in diesem Beispiel angelegt werden – dahinter sollte auch die Frage stehen, wie groß die Ersparnis zwischen den einzelnen Stufen tatsächlich ist. Hier haben wir nur eine Demo.

sizes und srcset für Spalten Layout (columns)

Wenn anstelle eines Bildes mit gleichem Ausschnitt und gleichen Seitenverhältnissen Bilder mit unterschiedlichen Ausschnitten oder in unterschiedlichen Formaten gezeigt werden sollen – z.B. ein quadratischer Ausschnitt für Handys im Hochformat –, dann ist ein HTML picture-Element u.U. die bessere Wahl als img mit sizes und srcset.

srcset Monitor niedrige Auflösung vs hohe Auflösung (monitor resolution)