Anstandsregeln für PDFs in Webseiten

PDF für Webseiten richtig vorbereiten

Eingebettete PDFs sind beliebte Downloads in Webseiten – in erster Linie beliebt in Marketing und Kommunikationsabteilungen und den Kollegen, die für die Redaktion des Internetauftritts zuständig sind. Meine Kunden hingegen flehe ich auf Knien an: Lasset ab vom PDF auf der Homepage oder behandelt es besser. Aber wie bindet man ein PDF richtig ein und was muss ein PDF mitbringen?

Ein eingefleischter Kenner des Internets lässt sich nicht beirren: PDF liefert eine zuverlässige Darstellung durch eingebettete Schriften, hochauflösende Bilder und ist dabei relativ klein. Seit 1993 ist PDF das Austauschformat für Dokumente aller Art – von der Preisliste aus Word über den Flyer bis hin zum Katalog.

PDF ist ein Relikt aus der Druckerära. Heute sind PDFs in Webseiten der Schlamm in den Mühlen eurer Webseiten.

1 Kein Verweis zur Webseite: Verwaiste PDFs

Wenn im PDF kein deutlich sichtbarer Link auf die Webseite sitzt, wird das PDF zum heimatlosen Streuner im Web. Der Besucher hat keine Mittel, vom verwaisten PDF zur Webseite zu gelangen.

Ein Hyperlink zur verweisenden Webseite gehört auf jede Seite des PDFs.

2 PDFs ohne Navigation

PDFs haben keine Navigation auf jeder Seite, sondern Seitenzahlen. Das ist praktisch auf Papier, aber auf dem Monitor wirkungslos. Selbst wenn auf der ersten Seite ein Inhaltsverzeichnis sitzt – wer möchte über 30 Seiten Handbuch auf- und abscrollen, um durch das PDF zu navigieren?

Ein PDF mit mehr als drei Seiten braucht einen Index und Hyperlinks auf jeder Seite zum Index.

3 PDFs brauchen ein Datum

Der größte Nachteil der PDF-Dokumente entwickelt sich Laufe der Zeit. Auf unzähligen Webseiten lauern uralte PDF-Dokumente, die schon vor 10 Jahren jeglichen Anschluss an die Gegenwart verloren haben. Kaum ein Redakteur macht sich die Mühe, seine Downloads regelmäßig zu prüfen.

Ein PDF ohne Datum auf jeder Seite ist jetzt schon Sondermüll.

4 Einmal bequem, dann Arbeit

Während eine Webseite mit wenigen Schritten aufgefrischt ist, sind PDF-Dokumente Monolithe. Das Original muss aus den Tiefen des Archivs gefischt werden, der Inhalt korrigiert und ein neues PDF erzeugt und hochgeladen werden. Aber 90% aller PDF Dokumente bleiben in ihren Verzeichnissen und vergammeln.

PDF-Dokumente müssen genauso wie eine Webseite gepflegt werden.

5 Alte PDF entsorgen

»Aber wir haben schon längst den alten Produktkatalog gegen den aktuellen ausgetauscht«. Klasse. Aber das alte PDF liegt immer noch in seinem Ordner und wird von Google treffsicher gefunden und ganz oben aufgelistet, weil es die ältere Quelle ist.

Überholte PDFs müssen entfernt werden.

6 Schöne Links für PDFs

Links auf PDF-Dokumente als Link auf ein PDF-Dokument kennzeichnen: Handbuch »Ordentliche PDFs« (PDF). PDFs auf externen Webseiten nicht direkt linken, sondern auf die verweisende Webseite linken.

Links zu PDFs mit Umsicht setzen.

7 Wie soll das Ding denn heißen?

Natürlich sehen viele Nutzer immer noch gerne PDFs und laden das PDF auf ihre Rechner. Wenn das PDF avz-850-ebfs.pdf heißt, landet das PDF morgen im Papierkorb.

Auch PDFs brauchen einen sprechenden Namen

8 PDF auf den mobilen Geräten

Ein PDF muss komplett geladen sein, bevor es angezeigt wird. Wie lang dauert das wohl? Wer ein 20 MB-PDF mit dem Handy oder Tablett unterwegs lädt, und dann nichts vorfindet, was die Ladezeit wert war, wird richtig sauer.

PDFs sind die Leierkästen des Internets

Ungenießbar: zweispaltige PDFs

Lange Einleitungsseiten ohne Texte (DIN A4) zwingen den Leser ewig zu scrollen, bei zweispaltigen Dokumenten muss der Leser runter und wieder raufscrollen. Gilt das Argument »Meine Besucher wollen das PDF ausdrucken und verwahren«? 99% aller PDFs verschwinden spätestens am nächsten Morgen vom Desktop in den Papierkorb.

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