WebP vs JPG und PNG : Fotos und Grafik optimieren

Fotos und Grafiken werden immer für die individuelle Webseite optimiert. Nachdem JPEG über Jahrzehnte das Königsformat für Fotos war und Motive mit transparentem Hintergrund als PNG24 die Ladezeit ausdehnt, ist WebP das neue JPEG + PNG.

Fotos für Webseite optimieren: WebP speichern

Ladezeiten großer Fotos

Früher wurden Bilder auf die Größe von Briefmarken geschrumpft, um die Dateigröße klein zu halten. Heute wollen wir vollformatige Fotos und große Grafiken und kämpfen weiterhin gegen die Dateigröße: Fotos und Grafiken sind die Bremse der Ladezeit und knabbern an der Bandbreite der mobilen Geräte.

Plakative Grafik haben wir viele Jahre lang vorzugsweise als PNG gespeichert, Fotos als JPG. Heute stehen uns zusätzlich WebP und SVG zur Verfügung.

JPEG optimieren

Schon bei moderaten Auflösungen – etwa ab 400 x 300 px – zeigt JPEG selbst bei 40% Qualität noch brillante Farben und kaum sichtbare Artefakte (früher galt noch 75% als Qualitätsfaktor für JPEG). Wenn wir das ICC-Farbprofil speichern, müssen wir AdobeRGB nicht mehr in sRGB transformieren.

jpg 75%
jpg 40%
Optionen für JPG speichern
Wenn die Komprimierung durch eine Skala von 1 bis 12 angeboten wird, ist 7 oder 8 eine sichere Wahl. Bei einer Skala von 1 bis 100% ist man mit 60 bis 70% auf der sicheren Seite.

Und noch eins oben drauf: JPG wird in zwei Varianten gerendert:

  • Baseline oder Grundlinie ist seit Jahr und Tag der Standard. Baseline ist ein Scan des kompletten Fotos von oben nach unten. Bei sehr großen Bildern sehen wir beim Laden der Seite, wie das Bild Block, Block, Block von oben nach unten in Sprüngen geladen wird.
  • Progressive ist heute die bessere Wahl. Der Browser kann große Bilder in einem Schwung zuerst in geringerer Qualität (ohne Blocksprünge) darstellen und die Qualität nachladen.

Freisteller – Fotos mit Transparenz – durchsichtigem Hintergrund

Grafik als PNG speichern für die Webseite
Einstellung für Grafik mit reduzierter Farbpalette

Im Laufe der Zeit sind mehr als 40 Variationen von JPEG entstanden, aber Transparenz blieb immer außen vor. Da musste PNG-24 in die Bresche springen. Aber Semitransparenz macht die Datei dick.

PNG-24 mit Transparenz ist eigentlich PNG-32 (nämlich ein verlustfreies Bild mit einem vierten Kanal, dem Alphakanal). Also greifen wir zu image-mask: Foto und Maske getrennt speichern und die Maske per CSS ins Bild setzen.

WebP = JPG + PNG24

WebP kann sowohl Fotos effizient komprimieren und freigestellte Motive mit Alphakanal (Maske oder Schablone) mit einem durchsichtigen Hintergrund speichern. Content Management Systeme wie WordPress unterstützen WebP bereits out-of-the-box, die Social Media haben WebP gnädig aufgenommen. Ja, Photoshop und Open Source-Programme wie Darktable machen bei WebP auch mit.

webp 70%
webp 30%
Hintergrundfarbe für WebP-Bild

WebP komprimiert effizienter als JPG und erzielt i.d.R. um 30% kleinere Dateigrößen als JPG bei gleicher Kompressionsstärke. Einen großen Unterschied beobachtet man vor allem bei gleichmäßigen Flächen und Texturen.

Bei mehrfachem Neu-Speichern ist WebP dank einer besseren Prädiktion und variablen Blöcken länger robust, während bei JPG schnell ein Generationsverlust sichtbar wird: Nach zwei drei-maligem Speichern stellt sich eine Kästchenbildung ein – JPG-Artefakte.

Lohnt sich der Umstieg von PNG oder JPG auf WebP?

Gegenüber PNG ist WebP immer der Schmalhans und reduziert i.d.R. die Dateigröße um 30 – 50% bei gleicher Qualität. Dazu speichert WebP auch einen transparenten Hintergrund und ebenfalls das Farbprofil des Bildes.

jpg75%44 KB
jpg40%26 KB
webp75%125 KB
webp30%93 KB

Bei den Vergleichsbildern der Beispiele für JPG und WebP auf dieser Seite werden die WebP-Bilder deutlich größer als die JPG-Varianten. Das liegt am zusätzlichen Alpha-Kanal für die Transparenz, der 33% an Größenzuwachs bringt. Semi-Transparenz – die weichen Schatten im WebP-Bild – lässt sich zudem kaum komprimieren.

  • JPG kann ohne sichtbaren Qualitätsverlust stark komprimiert werden, unterstützt aber keine Transparenz
  • WebP ohne Transparenz wird meistens kleiner als JPG bei gleicher Qualität
  • WebP mit Transparenz wird größer als JPG, aber deutlich kleiner als PNG

Die Wirkung von Mehrfachkomprimierungen

Wer Fotos, Bilder oder Grafiken zu Beiträgen in WordPress oder anderen Content Management System lädt, muss natürlich damit rechnen, dass seine Fotos zweifach und dreifach komprimiert werden: Von der Kamera schon als JPG gespeichert, im Bildbearbeitungsprogramm bearbeitet und erneut beim Speichern komprimiert, in die Mediathek des CMS geladen und wieder dort ein weiteres mal komprimiert.

Starke JPG-Komprimierung oder Mehrfachkomprimierung, sichtbare Artefakte
1.00×

JPG leider aufgrund seiner Natur stärker unter dem Generationsverlust: Jedes erneute Speichern verschlechtert die Qualität, da immer neu quantisiert wird. Schon nach 2–3 Durchgängen fallen deutliche Artefakte ins Gesicht, besonders in feinen Details wie Blättern, Fell und Haaren oder bei Schrift.

WebP ist etwas robuster. Auch hier gibt es Qualitätsverluste, die aber dank der moderneren Kompression (bessere Prädiktion, variable Blöcke, bessere Farbwiedergabe) weniger ins Auge fallen.

1.00x

WebP kann auch verlustfrei gespeichert werden. Für den Einsatz auf der Webseite werden die Dateien dabei natürlich zu groß. Aber wir können der Mediathek die verlustfreie Version übergeben – damit fällt ein weiterer Kompressionsgang weg.

jpg … 2 x mit jeweils 40% Komprimierung46 KB
webp … 2 x mit jeweils 30 % Komprimierung21 KB

Grafik als SVG

Grafik als SVG speichern
SVG in Inkscape erstellen

Wenn die Grafik in einem Programm mit SVG-Export angelegt wird, ist SVG (Scalable Vector Graphic) das passende Format. Die meisten Zeichen- und Illustrationsprogramme wie Adobe Illustrator, Inkscape oder Corel exportieren Grafiken als SVG. SVG ist aber auch Klartext wie HTML und kann mit CSS animiert werden.

Mehr zu Bilder in HTML-Seiten

2025-04-05 SITEMAP BLOG
Suchen auf mediaevent.de