Dez 2009

Video für Webseiten

 
 

Schon lange ist das Filmen nicht mehr der Filmkamera vorbehalten, sondern mit der Kompaktkamera oder der professionellen Spiegelreflexkamera bis hin zum iPhone können wir im Handumdrehen Videos aufnehmen, die wir auf youTube laden. Aber je professioneller das Equipemt für die Videoaufnahmen, desto komplexer wird es, Videos auf den eigenen Webseiten einzubinden – z.B. wenn die Filmclips als HD-Video mit einer SLR wie der Canon EOS 7D entstehen.

Generell muss jedes Video für das Abspielen im Internet vorbereitet werden. Zu den Vorbereitungsmaßnahmen gehören das Festlegen des Speicherformats, des Codecs, der Auflösung und der Bitrate.

Üblicherweise werden in einem Programm zur Videokonvertierung alle Parameter in einem Prozess gesetzt.

Speicherformat | Ähnlich wie bei Bildern, wo man sich zwischen JPEG, GIF und BMP entscheiden muss, muss auch für das Video ein Speicherformat festgelegt werden. Es gibt .mp4 (MPEG 4), .flv (Flash Video), .ogv (OGG), .mov (Quicktime), .avi (Audio Video Interleave)

Codec | Videos können nicht unkomprimiert über das Internet abgespielt werden - dafür sind die Datenmengen eines Videos zu groß. Das Video wird mit einem Codec (z.B. H.264) komprimiert und muss beim Empfänger decodiert werden.

Auflösung | Zusätzlich müssen hochauflösende Videos - z.B. ein HD-Format mit 1920 x 1020 Pixeln – verkleinert werden, einmal, weil sie für die meisten Monitore zu groß wären und natürlich spart die Verkleinerung jede Menge Bandbreite.

Datenrate | Ebenfalls bei der Komprimierung wird eine Datenrate eingestellt – die erzielbare Datenrate richtet sich nach der Übertragungsleitung vom Server zum Betrachter des Videos. Für eine normale DSL-Leitung können wir z.B. eine Datenrate von 1 bis 2 MBit/s annehmen.

Codec: Komprimieren und Dekomprimieren

Der Codec, mit dem das Video encodiert wird, muss also auch auf dem System des Betrachters installiert sein – ansonsten könnte das Video nicht angezeigt werden.

Die Wahl des richtigen Codes ist die wichtigste Entscheidung. Der Video-Codec ist ein Algorithmus, nach dem ein Videostream encodiert und beim Betrachter wieder decodiert wird. Codecs minimieren die Informationsmenge eines Videos, z.B. indem sie nicht jedes Einbild speichern, sondern nur die Unterschiede zwischen den einzelnen Bildern oder Frames. In den meisten Videos ist der Unschied zwischen zwei aufeinander folgenden Bildern ja ausgesprochen gering, so dass beim Speichern der reinen Unterschiede eine hohe Kompressionsrate entsteht, die wiederum zu kleinen Dateigrößen führt.

Die meisten Video-Codecs sind verlustbehaftet, ähnlich wie JPEG beim Bild. Moderne Video-Codecs sind z.B. MPEG-4 ASP, H.264, VC-I, Theora und Dirac.

MPEG-4 ASP | Dazu gehören DivX, Xvid, 3ivx – allesamt konkurrierende Implementierungen von MPEG-4 ASP.

H.264 | Wurde ebenfalls von der MPEG-Gruppe entwickelt und ist für Geräte mit einer schmalen Bandbreite und schwächere CPUs gedacht (u.a. Handys). Die meisten Handys benutzten einen H.264-Decoder-Chip, da ihre CPU gar nicht in der Lage wäre, den Film zu decodieren. Auf Grafikkarten findet man ebenfalls oft H.264-Chips.

Theora | ist lizenzfrei und (wahrscheinlich) keinerlei Patenten unterworfen. Der Standard wurde 2004 eingefroren, kann aber in den meisten Containerformaten genutzt werden. Alle Linux-Distributionen unterstützen Theora von Haus aus und auch Firefox spielt Theora ohne Plugin in einem Ogg-Container ab. Theora I ist langsam und von geringer Qualität, Theora 1.1 soll besser sein.

Speicherformate für Videos

Mit der Dateiendung der Videodatei können wir Videos am einfachsten identifizieren – .avi, .mov oder .flv

Video im Mäntelchen | Es gibt jede Menge Videoformate (besser »Container für Video«) – mov, avi, … immer wieder brauchen die Browser Plugins zum Abspielen der Videos (z.B. ein Quicktime-Plugin, um Quicktime MOV abzuspielen), einige Formate können gar nicht von einem Browser abgespielt werden.

Container-Vormate.jpg
MOV, AVI, FLASH-Video sind Containerformate für Videomaterial – ähnlich wie TIF ein Containter für Pixeldaten und PDF ein Container für Text und Bilder sind.

Videos bestehen i.d.R. aus einem Video-Track, einem oder mehreren Audio-Tracks, Untertiteln und evt. aus Metadaten wie dem Titel des Videos. Diese Tracks sind in irgendeiner Form miteinander verbunden, damit Audio-Track und Untertitel immer synchron zu den gezeigten Bildern bleiben.

  • FLV Flash Video von Adobe Systems | Flash Video (.flv) ist ein für Webstreaming optimiertes Format. Bis Flash 6 wurde der Sorenson verwendet, ab Flash 8 VP6.
  • MOV (Apple Quicktime) | enthielt in früheren Versionen das Sorenson-Videoformat und heute AVC.
  • DivX Networks | DivX Media Format (.divx) basiert auf AVI und enthält mit DivX codierte MPEG-4-ASP-Videostreams.
  • .mpg, .mpeg (MPEG-1 System Stream) | ist der offizielle Container für das MPEG-1-Videoformat und wurde für VCD verwendet. Spielt heute kaum noch eine Rolle.
  • MPEG-2 (.mpg, .mpeg, .ps) fast identisch zu MPEG-1, aber mit besserer Auflösung.
  • MP4 (MPEG-4-Dateiformat) | Standard-Containerformat für MPEG-4-ASP-/-AVC-Videostreams; basiert auf dem Quicktime-Containerformat.
  • AVI (Audio Video Interleave) | das wahrscheinlich überflüssigste Containerformat, das einfach nicht aussterben will. AVI wurde von Microsoft in einer grauen Vorzeit entwickelt, als niemand daran dachte, dass man Videos eines Tages im Internet abspielen könnte. Es unterstützt nur wenige der heutigen Features für Video, unterstützt keine Metadaten und kann die meisten modernen Video- und Audio-Codex nicht offiziell interpretieren. Eine Reihe von Entwicklern hat versucht, AVI um ein paar moderne Techniken zu erweitern.

Egal in welchem Dateiformat das Video auch gespeichert wird – die Browser können das Video (noch) nicht ohne Plugin abspielen. Für .mov oder .mp4 ist z.B. das Quicktime-Plugin erforderlich, für .flv das Flash-Plugin. Da das Flash-Plugin aber in den meisten Browsern installiert ist, ist .flv noch das verlässlichste aller Containerformate

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Allerdings muss im Webverzeichnis des Servers ein Shockwave-Player liegen, denn flv kann nicht direkt abgespielt werden, sondern braucht einen Shockwave-Player.

   
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