Drupal 7 Installation – nie ohne kleine Tücken

Drupal installieren und Drupal Update

Drupal 7 als CMS zu installieren ist nicht so einfach wie die Installation von WordPress. Das liegt nicht zuletzt am größeren Funktionsumfang. Drupal ist eher ein komplettes Ökosystem als ein Content Management System.

Drupal hat seine starken Seiten: Inhaltstypen und Views.

Drupal Inhaltstypen

Drupal kann nicht nur weitere Eingabefelder ohne Programmierung der Templates anlegen, sondern diesen Eingabefeldern Datentypen zuweisen. Die benutzerdefinierten Felder eines Drupal-Inhaltstyps können kurze oder lange Texte mit grafischem Editor sein, Checkboxen oder Auswahllisten, Bilder und vordefinierte Werte enthalten. So entstehen z.B. komplexe Eingabemasken für Katalogseiten in einem konsistenten Erscheinungsbild.

drupal-inhaltstyp-anlegen drupal-inhaltstyp-anzeige

Anders als bei WordPress, wo jedes Customed Field in die Templates des Themes programmiert werden muss, legt der Benutzer in Drupal die Felder im Backend von Drupal ohne Programmierung an. Allerdings sehen die Felder dann aus, wie Eingabefelder in einem Formular von 1997.

Drupal Modul Views

Das zugkräftigste Argument für Drupal ist das Modul Views – eine optionale Erweiterung von Drupal. Views kann – ähnlich wie eine MySQL-Query – Inhalte filtern oder aus mehreren Inhaltstypen individuell zusammenstellen.

Das kann man mit WordPress auch – aber dazu muss ein Programmierer her. Für das Erzeugen von Views in Drupal ist kein Eingriff in die Templates nötig. Nur das CSS für die Views muss angelegt werden.

Views sind der Clou von Drupal, aber fordert einen Preis: Das HTML der Views ertrinkt in einer Flut von CSS-Klassen.

Drupal 7 Installation

Die Installation von Drupal läuft nicht anders ab als die Installation von WordPress oder Joomla. Allerdings ist Drupal aus Sparta und bringt nur eine Basis aus Modulen mit, die Core-Module. Visueller Editor, Media Management – all das gibt es nur über weitere Module.

Module werden im Backend installiert. Wer gerade in Drupal einsteigt, hat es nicht leicht, sich im Angebot der Module zu orientieren. Erster Anlaufpunkt ist die Downloadseite

https://drupal.org/download

Welche Drupal-Module sind nötig, sicher und stabil? »Most installed« ist schon mal ein guter Anfang:

Views, Token, ctools, Pathauto und Metatags

sind fünf Module, die in nahezu jeder Drupal-Installation zum Zuge kommen.

Drupal Module laden / installieren

Der einfachste Weg für die Installation eines Moduls:

drupal-neues-modul-installieren

Views und ctools installieren

Views lässt sich nicht sofort aktivieren, denn Views braucht ein weiteres Modul: ctools. Selbes Verfahren wie bei Views: Von https://drupal.org/project/ctools installieren.

Chaos Tools aktivieren; danach lassen sich auch Views und Views UI aktivieren.

Pathauto, Token, Transliterate

Pathauto automatisiert saubere URLs für Seiten, ebenfalls nahezu unumgänglich – auf jeden Fall, wenn die Drupal-Installation später von einem Autor beim Kunden übernommen wird. Pathauto wiederum braucht das Modul Token.

Mit dem Modul Modul Transliteration übersetzt Pathauto Umlaute in (ä zu ae, ß zu ss usw.). Unter Konfiguration / URL-Aliase / Einstellungen / Einstellungen (oben) Transliterate prior to creating alias aktivieren.

drupal-pathauto-transliteration

Update / Module deaktivieren

Drupal-Module lassen sich deaktivieren, wenn sie nicht weiter gebraucht werden. Dabei muss man die Abhängigkeiten beachten – wenn Token deaktiviert werden soll, muss zuerst Pathauto deinstalliert werden.

Updates von Modulen werden über das Drupal-Backend durchgeführt. Updates von Drupal selbst allerdings sind auch mit Drupal 7 »Handarbeit«, also Download per FTP, Löschen der alten Dateien, Überspielen der Dateien der neuen Version, dann Anstoßen des Update-Prozesses mit update.php. Steinzeit, wenn man von WordPress verwöhnt wurde.

Drupal Editoren

Ein Handicap von Drupal ist das völlige Fehlen eines visuellen Editors. Drupal 7 bietet nichts als eine nackte textarea. Die Installation eines WYSIWYG-Editors ist eine erbärmliche Fummelei. Dieser ewige Missstand endet erst mit Drupal 8 (zurzeit noch Beta). Drupal 8 kommt out of the box mit CKEditor, alternative Editoren können auch weiterhin installiert werden können.

An der Installation eines WYSYWYG-Editors sind immer zwei Seiten beteiligt: Drupal braucht zuerst ein Editor-Modul, um den Editor eines Drittanbieters zu integrieren. Am Ende kommt hinzu, dass Editoren auf unterschiedliche Weise installiert werden können.

Beides hat Vor- und Nachteile. Das CKEditor-Modul erlaubt mehr Einstellungen, das wysiwyg-Modul erleichtert das Arbeiten mit unterschiedlichen Einstellungen für verschiedene Benutzer.

Alternative 1: wysiwyg-Modul mit CKEditor

Das wysiwyg-Modul für Drupal ist nur ein Wrapper für den eigentlichen Editor und listet zunächst nur eine Auswahl möglicher Editoren. Der meistbenutzte Editor für Drupal ist CKEditor

CKEditor wird unter sites/all/libraries/ckeditor installiert. Der Ordner libraries existiert noch nicht und muss zuerst angelegt werden.

Wenn die wysiwyg-Konfiguration nach dem Upload des Ordners ckeditor eine Fehlermeldung liefert

CKEditor (Download) The version of CKEditor could not be detected Extract the archive and copy its contents into a new folder in the following location: sites/all/libraries/ckeditor So the actual library can be found at: sites/all/libraries/ckeditor/ckeditor.js Do NOT download the „CKEditor for Drupal“ editor

muss unter /sites/all/modules/wysiwyg/editors/ eine Zeile in der Datei ckeditor.inc geändert werden (https://drupal.org/node/1853550)

Replace:
if (preg_match('@version:\'(?:CKEditor )?([\d\.]+)(?:.+revision:\'([\d]+))?@', $line, $version)) {

With

if (preg_match('@version:[\"|\'](?:CKEditor )?([\d\.]+)(?:.+revision:[\"|\']([\d]+))?@', $line, $version)) {

Diese Fehlermeldung schwirrt seit über 4 Jahren um das Wysiwyg-Modul in Drupal. Die Ursache ist eine kleine Änderung im Version-String von CKEditor: In Version 3 sitzt der Version-String in einfachen Hochkommas, in Version 4 in doppelten Hochkommas.

Wenn die Zeile 81 in der Datei ckeditor.inc ausgetauscht ist, zeigen sich die Wysiwyg-Profile Full HTML, Filtered HTML und Plain Text. Genau hier liegt der Vorteil dieser Alternative: Das Wysiwyg-Modul liefert Eingabeprofile mit. So kann z.B. ein Autor mit Filtered HTML versorgt werden, während der Admin das Editor-Profil Full HTML heranziehen kann, mit dem alle HTML-Eingaben erhalten bleiben. Wenn CKEditor als Modul installiert wird, müssen die Profile manuell eingerichtet werden.

Bilder-Upload und »Mediathek« für WYSIWYG

Um Bilder in den Editor zu laden, müssen weitere Module installiert werden. IMCE für den Bilderupload und als Mediathek, IMCE-Bridge als Brücke zwischen WYSIWYG und IMCE. Danach noch einmal in die WYSIWYG-Konfiguration

Home » Verwaltung » Konfiguration » Inhaltserstellung » Wysiwyg profiles » Liste
Drupal 7 Wysiwyg-Editor und IMCE für Bilder-Upload Buttons and PluginsBoldItalicUnderlineStrike-throughAlign leftAlign centerIMCETeaser Break

IMCE als Plugin aktivieren, dann gibt es einen Bilder-Uplaod unter »Browse Server«.

IMCE ist nicht so schick wie die WordPress-Mediathek, aber der Funktionsumfang ist OK.

Alternative 2: CKEditor als Drupal-Modul

Alternativ zur Installation von CKEditor unter der Herrschaft von Wysiwyg kann CKEditor als Drupal-Modul unter sites/all/modules installiert werden. Auch diese Variante erfordert einen doppelten Rittberger:

Das CKEditor-Modul von Drupal installieren,

dann den Editor von https://ckeditor.com/ckeditor-4/download/ laden und den Ordner unter das Verzeichnis sites/all/modules/ckeditor/ckeditor kopieren.

drupal-wysiwyg-profile

Vorteil: Der CKFinder (Bilder laden) wird ebenfalls direkt unter dem Drupal-CKEditor-Modul installiert. Installation und Konfiguration von CKEditor sind vielfach beschrieben

Dieser Weg macht meiner Erfahrung nach mehr Arbeit, erfordert Eingriffe in die Konfigurationsdateien und erinnert schon fast an die Installation / Konfiguration eines Betriebssystems. Vor allem gilt es, bei allen Hinweisen auf die Versionen zu achten – sonst folgt man immer wieder Spuren, die längst nicht mehr gültig sind.

Auch hier müssen für den Bilder-Upload weitere Module installiert werden, früher CKFinder (Schmalhans und Eingriff in die Konfigurationsdatei); IMCE ist komfortabler.

CKEditor 4 und Full HTML: Löscht HTML-Tags und -Attribute

In Version 4 ist CKEditor noch despotischer beim Löschen von HTML-Tags und HTML-Attributen als CKEditor 3 – selbst im Modus Full HTML, bei dem eigentlich das HTML nicht zensiert werden sollte (echtes Full HTML gibt es nur noch, wenn CKEDITOR.config.allowedContent = true; in den erweiterten Optionen des wysiwyg-Profils gesetzt wird).

Wie auch immer – die Editoren für Drupal prunken zwar mit dicken Menüleisten, aber ihre Integration ist Fummelei. So stabil wie TinyMCE in WordPress ist kein angeflanschter Editor in Drupal.

Drupal deutsche Sprachdatei laden und aktivieren

Drupal kann zwar direkt mit der deutschen Übersetzungsdatei installiert werden, aber bei Fehlern ist es einfacher, mit den englischen Begriffen zu suchen. Die deutsche Gemeinde von Drupal ist nicht so groß wie die deutschsprachige WordPress-Community.

Dann kommt am Ende die deutsche Sprachdatei für Drupal an die Reihe:

Jetzt ist das Backend übersetzt.

CSS für den Drupal-Editor

Damit der Editor eine ähnliche Darstellung zeigt wie die veröffentliche Webseite, kann eine CSS-Datei für den Editor angelegt werden. In den Profilen wird der Pfad zur editor.css Datei angegeben.

Verzeichnisstruktur von Drupal

Module und Themes werden unter dem Ordner sites/all von Drupal angelegt. Die Ordnerstruktur ist

profiles
scripts
sites
  libraries
    ckeditor
  modules
    ctools
    pathauto
    token
    views
    wysiwyg
  themes
    voyager
themes
profiles
scripts
sites
  modules
    ctools
    pathauto
    token
    views
    ckeditor
      ckeditor
      ckfinder
  themes
    voyager
themes

Werden Module unter modules und Themes/Templates unter dem Ordner themes direkt in das Hauptverzeichnis installiert, läuft man Gefahr, die Ordner bei einem Update von Drupal zu verlieren.

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