Adobe Air Einstieg

- Adobe Air bringt frischen Wind in die Entwicklerstübchen und verheißt eine gigantisch große Entwicklergemeinde.
Adobe Air ist eine Laufzeitumgebung von Adobe, mit der HTML, Ajax, Adobe Flash und Flex zu einer Rich Internet Application (RIA) kombiniert werden. AIR läuft auf dem lokalen Rechner – unter Windows, Mac OS und Linux – und nicht wie herkömmliche Web-Anwendungen vollkommen auf einem Server im Internet. Damit ähneln Air-Anwendungen den erfolgreichen Dashboard-Widgets auf dem Mac, die ebenfalls mit HTML, CSS und Javascript entwickelt werden (und tatsächlich nutzt Adobe das Webkit von Apple für die Darstellung der Anwendung).
Adobe Air ist nicht unumstritten. Die Anwendung wird auf dem lokalen Rechner des Benutzers installiert und kann dort auf Dateien zugreifen – das könnte Angreifern Tür und Tor öffnen. Dem setzt Adobe eine »Sandbox« (Beschränkungen der Funktionalität und des Dateizugriffs) und ein Signatur-Schema entgegen. Allerdings ist es kein Problem, Programme mit einer selbst erzeugten oder gefälschten Signatur zu verteilen und AIR-Anwendungen ohne die Sandbox-Beschränkung zu entwickeln. Die Warnung, die in solchen Fällen bei der Installation angezeigt wird, wird so manch ein Benutzer in den Wind schlagen.
Diese Sicherheitsbedenken gelten aber nicht nur für AIR-Anwendungen: Jedes Programm aus dem Internet könnte Gefahrengut beherbergen.
Wer eine Adobe Air-Anwendung installieren will, muss zuerst die Adobe Air-Laufzeitumgebung auf seinem Rechner installieren. Um Adobe Air noch ein weiteres mal mit Apple Dashboard-Widgets oder auch mit Java-Anwendungen zu vergleichen: Deren Laufzeitumgebungen sind bereits in den Betriebssystemen enthalten. Wenn der Benutzer eine erste Air-Anwendung installiert, wird er bei der Installation aufgefordert, auch die Air-Runtime zu installieren.

- Analytics Reporting Suite – ruft die Informationen von Google Analytics in einem schönen Gewand auf dem eigenen Rechner ab. Der einzige Mehrgewinn gegenüber dem Abruf der Analytics-Ergebnisse im Browser ist das flotte Aussehen. Aber solche Spielzeuge lassen nur erahnen, welches Potential in Air steckt.
Air-Anwendungen sind generall eher hochspezialisierte Anwendungen, die auf besondere Dienste im Internet zurückgreifen. Ein schönes Feld für Air-Anwendungen könnten Front-Ends für Blogs und Content Management Systeme sein, die mit lokalen Mitteln eine schnellere und effzientere Gestaltung von Inhalten bieten und natürlich RSS-Reader.
Anders als Browser-basierte Anwendungen »funktionieren« Adobe Air-Anwendungen nicht nur, wenn der Rechner mit dem Internet verbunden ist. Air-Anwendungen können ihre Daten speichern und so dem Benutzer auch über drahtlose Zeiten hinweg helfen. Im Gegensatz zu Browser-basieren Anwendungen können Air-Anwendungen auf das lokale Dateisystem zugreifen und unterstützen moderne Mechanismen wie Drag & Drop.
Adobe Air-Anwendungen entwickeln
Adobe propagiert Flash und Dreamweaver als Entwicklungsumgebungen für Air – na klar: was sonst?. Aber es geht auch ohne: Das Air SDK (Software Development Kit) ermöglicht die Entwicklung von Air-Anwendungen mit einfachen Texteditoren. Die Nutzung erfordert allerdings Erfahrung mit der Entwicklung auf der Kommandozeile und den routinierten Umgang mit Pfaden: Das ist vielleicht etwas für puristische Entwickler aus Sparta.

- Mit dem Air-Plugin in Aptana sind Air-Projekte mit allen Zutaten schnell angelegt und dank eines vorgefertigten Inhalts sofort lauffähig.
Aptana Studio ist eine Alternative zur Text-Editor- und Kommandozeilen-Entwicklung als Entwicklungsumgebung für HTML & Ajax-Anwendungen, die ein Plugin für Adobe Air-Anwendungen bietet.
Apanta legt gleich ein vollständiges Air-Projekt mit einer initialen HTML-Seite (für die »Front« der Anwendung), der Metadaten-Datei für die Beschreibung der Anwendung (z.B. Größe des Anwendungsfensters) und den erforderlichen Javascript-Dateien an. Von hier aus ist ist ein tüchtiger Webdesigner, der sein (X)HTML, CSS und Javascript gelernt hat,
in seinem Element.
Mit der jQuery-Library, die eine intuitive Einbindung von Ajax-Funktionalität bietet, lassen sich Anbindungen an Daten und z.B. an PHP-Anwendungen im Internet schnell realisieren und die mitgelieferten Effekte der jQuery-Library lassen ein feines Flash-Feeling aufkommen. Die jQuery-Library ist schon bei der Installation von Apanta dabei.
Macht Spaß – ist wie Webseiten-Entwicklung, aber ohne die stete Sorge, dass CSS- und Javascript-Funktionen in dem einen oder anderen Browser nicht auf Anhieb funktionieren. Und am Ende läuft die Anwendung unter Windows, Mac OS und Linux.





